Aus der Anfangszeit der Werkstatt Overberg gibt es nur wenige Reliefs. In der Osnabrücker Ausstellung von 1965 zeigt Rolf Overberg neben zahlreichen Gefäßen und gedrehten Plastiken aber mehrere Kacheln, zum Beispiel mit einer an altägyptische Darstellungen angelehnten Sonnenscheibe. Auch der hier gezeigte Adler ist dort zu sehen, aber auch schon Werke mit Tonschlickermalerei.

Und in diese Richtung führt schließlich der Overberg`sche Weg zum Relief. Er belässt es in der Folgezeit nicht bei der einschichtigen Schlickermalerei seiner Dosen, sondern malt bis zu zehn Schichten übereinander, stellt das entstandene Relief in bewussten Kontrast zur glatten Fläche ringsum.

Ab 1973 verdrängt die Beschäftigung mit Zeitungsmatern und die Verwendung von damit bedruckten Blattformen die Tonschlickermalerei. Hier, und in der Bestückung der Innenleben von Bildstöcken und Occuli, findet vor allem Lisa Overberg ein weites Betätigungsfeld.

Folgerichtig ändert sich das Erscheinungsbild der Overberg`schen Reliefs nach ihrem Tod 1986 abrupt. Es weist kaum noch Bildstöcke und Occuli auf, dafür ein wesentlich flacheres Erscheinungsbild, das von aus Modeln gewonnenen Torsi und Büsten bestimmt wird, die in breite Rahmen eingepasst werden. Daneben aber bleibt das Thema "Buch" auch im Relief bis 1993 erhalten.

 
Datenschutzerklärung